Was macht den Amateurfunk interessant

Im Unterschied zu Funkanwendungen wie CB-Funk, PMR und Freenet steht dem Amateurfunk ein vergleichsweise grosser Bereich des Funkwellenspektrums zur Verfügung, angefangen vom Mittelwellenbereich bei 137kHz über die Kurzwellenbänder und die UKW-Bereiche bis hin zu den Gigahertz-Bändern. 

Als Funkamateur hat man die Möglichkeit mit anderen Funkamateuren aus der ganzen Welt Funkverkehr durchzuführen.
Funkamateure entwickeln und bauen vielfach ihre Funksysteme selber. Sie haben in einer staatlichen Prüfung nachgewiesen, dass sie über das dazu notwendige Wissen verfügen. Teilweise kommt im Amateurfunk auch professionelle Technik zum Einsatz.

Auf welche Art kann man funken?

Natürlich der Sprechfunk. Es gibt aber noch wesentlich mehr sog. Betriebsarten, z.B. Funkfernschreiben: Texte werden mit der (heute meist PC-)Tastatur eingegeben. Die Antwort ist auf dem Monitor zu lesen.

- SSTV: Übertragung von stehenden Bildern
- ATV: Amateurfernsehen
- Packet Radio: Weltweites Info-Netz der Funkamateure
- CW: es geht auch noch klassisch mit dem altbekannten und bewährten Morsezeichen

Geht es darum, am "weitesten" zu funken?

Auf UKW, also den Wellenlängen, die so ungefähr dem Rundfunkbereich entsprechen, schon. Da freut man sich sehr, wenn es über mehr als 500km "geklappt" hat. Auf Kurzwelle ist es nicht so außergewöhnlich, wenn es um die halbe Welt "geht". Hier ist eine seltene Insel, die gar nicht allzuweit weg sein muß, oder ein seltenes Land begehrenswerter und meist muß man sich in solch einem Fall in der weltweiten "Schlange" anstellen. Wenn es dann gelungen ist, in diesem "pile up" zu bestehen und die Verbindung im Log steht, freut sich der Kurzwellenfunker genauso wie jener auf UKW, dem die Verbindung mit Schottland geglückt ist.

Was bedeuten die Kürzel (QTH, QSL, QRG, usw.)?

Die erste und auch heute noch mit einfachsten Mitteln und geringster Leistung mögliche Betriebsart ist Telegrafie, d.h. Tastfunk (Morsen). Die sogenannten Q-Gruppen und Verkehrsabkürzungen dienen der schnelleren Abwicklung des Telegrafieverkehrs.
QTH heißt z.B. übersetzt: "Mein Standort ist". Das Kürzel ist wesentlich schneller "gefunkt" als die drei Worte - und jeder Funker der Welt kennt die Bedeutung. Im Laufe der Zeit wurden diese Kürzel teilweise in den Sprechfunkverkehr übernommen.

Wie Beeinflusst die Sonne das Funken?

Die Sonne spielt eine ganz wichtige Rolle dabei. Sie hat den Funkverkehr und sogar drahtgebundene Nachrichtenmittel zu Zeiten ihres Maximums (ca. alle 11 Jahre) schon zum Erliegen gebracht ("Magnetsturm", "Tote Viertelstunde" oder "Mögel-Dellinger-Effekt").
In der Regel sorgt sie aber für die nötige Ionisation der oberen Erdatmosphäre und macht so den Kurzwellenfunk (Reflexion) über große Entfernungen überhaupt erst möglich.
Des einen Uhl ist des anderen Nachtigall: Wenn der Sonnenwind das Erdmagnetfeld richtig schön durcheinanderwirbelt,. die Erde mit Teilchen bombardiert wird und die Kurzwellenfunker nur Rauschen hören, dann drehen die UKW-Funker ihre Antennen nach Norden, denn auch an den dann entstehenden Polarlichtern können elektromagnetische Wellen reflektiert werden und es können so auf UKW beträchtliche Entfernungen überbrückt werden (man spricht dann von "Radio-Aurora" oder "Aurorabedingungen").

Es gibt auch einen Funkwetterbericht, bei welchem man unter anderem die Tatsache ausnutzt, daß das Licht der Sonne ca. 8min benötigt, um bis zur Erde zu gelangen, die Teilchenstrahlung jedoch ungefähr 30-40Stunden. So gibt es vom Entdecken eines Ausbruches bis zum Wirksamwerden auf der Erde einen kleinen Vorsprung.