Test HF-P1

Einige Publikationen im Internet lassen diese Antenne recht gut abschneiden. Ein Grund für mich als Antennengeschädigter, diese Antenne auch einmal zu testen. Suche ich doch gerade für die Sommerzeit eine Antenne, die auch bei beengten Platzverhältnissen verwendet werden kann, schnell aufzubauen ist und wenig Gewicht und Platz benötigt.

Der Wetterbericht versprach für das anstehende verlängerte Wochenende zum 1. Mai, strahlenden Sonnenschein, und bot sich daher für einen portablen Test auf der grünen Wiese recht gut an.
Also schnell zu einem grossen Mitteldeutschen Fachhändler gefahren und das "Super"-Ding gekauft.

Die Antenne besteht aus einer Halterung mit PL Anschluß und kann mittels kleiner mitgelieferter Schraubzwinge fast überall befestigt werden. Darauf folgen zwei ca. 32 cm lange, mit Verbindungsmutter verschraubbare, Stangen. Hierauf wird die Abstimmspule mit der Abstimmung geschraubt. Oberhalb dieser wird die 110 cm lange Teleskopantenne eingeschraubt und auf maximale Länge ausgezogen. Für das 80m Band gehört eine zusätzliche Verlängerungsspule zum Lieferumfang.

Das mitgelieferte Radialnetz, bestehend aus vier 3-adrigen Bandleitungen, machte mir auf den ersten Blick keinen sehr robusten Eindruck. Aber es kommt ja auf die Funktionalität an, und wer möchte sich schon im Portabelbetrieb mit unnötigen Lasten rumtragen.

Der ganze Aufbau dauerte keine 5 Minuten.

Abstimmung

Wie versprochen war eine Abstimmung der Antenne auf den unterschiedlichsten Bändern kein Problem. Dank der leicht einstellbaren Abstimmspule zeigte mein FT897 einen minimalen Rückfluss. Das zwischengeschaltete Stehwellenmeßgerät wies je nach Band, auf der spontan eingestellten Frequenz, ein SWR-Verhältnis von etwa 1:1,1 bis 1:1,5 aus.

Bandbreite

Im 80m-Band bot die HF-P1 eine Bandbreite von etwa 40 khz. Hier ist also eine Nachstimmung bei Frequenzwechsel absolut notwendig, aber unter Berücksichtigung beider Induktiviäten - die Abstimmspule ist maximal ausgefahren und die optionale 80m Verlängerungsspule kommt ja noch hinzu - auch kein Wunder. Zu den kürzeren Bändern hin erhöht sich die Bandbreite der Antenne, dank der geringeren Induktivität der Abstimmspule sowie des 10mm starken Strahlers.
Das SWR erhöhte ich bei meinem Test im 20m Band (Frequenzwechsel zwischen 14 Mhz und 14,3 Mhz) nur unkritisch.
Sicher war die Antenne bereits recht Bandmittig abgestimmt.

Empfangsleistung

Kaum angeschlossen zeigte diese kleine Antenne doch recht gute Empfangsergebnisse. Wollte ich nur Empfangsrapporte vergeben, hätten viele Stationen, auf den durchgetesteten Bändern (40m, 20m, 15m, 10m), Rapporte von 57 bis 59 erhalten. Aber das ist u.U. ja auch mit einem nassen Schnürrsenkel möglich. ;-)

Erfahrungen im Sendebetrieb

Nach den doch recht guten Empfangsresultaten mit der HF-P1 ging es nun zur Sache:
Wird DL2USL/p auch in der Welt gehört ?

Am ersten Tag, den 30.04.2012 zeigte sich gleich mit 9+20db eine Station aus Saudi Arabien. Schnell die HF-P1 auf diese QRG abgestimmt und der Versuch gestartet für ein möglich erfolgreiches QSO mit HZ. Nach gut 30 min rufen hab ich es jedoch wieder aufgegeben. Pile-Up und meine doch recht ungünstigen örtlichen Rahmenbedingungen machten es mit der HF-P1 eben doch schwer mitzuhalten. 

Also Frequenzwechsel, Ohren auf, Leistung auf 80 Watt und siehe da, SP3EWP gab SSB-Rapport: RS 58.
Digitale Betriebsarten, wie PSK-31, bieten sich ja gerade für ungünstige Antennen- und Sendeverhältnisse an, um trotzdem aktiv am Funkgeschehen teilzunehmen. Also realisierte ich einen weiteren Frequenzwechsel, und als Lohn der Mühen standen kurze Zeit später weitere QSOs im Log. Vielen Dank z.B. an UT2RI oder auch OH3BY

Fazit:

Leider war die Zeit zum umfangreicheren Testen auch auf den anderen Bändern schnell vorbei. Damit bleibt für die kommenden Sommermonate noch ein ausreichendes Betätigungsfeld.
Bei der HF-P1 handelt es sich, aus meiner Sicht, um eine kleine leichte und schnell aufzubauende Vertikalantenne mit akzeptabler Verarbeitungsqualität. Die Nachteile einer extrem verkürzten Antenne hebt natürlich auch die HF-P1 nicht auf. Wer jedoch mit den Kompromissen einer derart verkürzten Antenne leben kann, schnell QRV sein möchte, wird portabel im Garten oder Urlaub das eine und andere interessante QSO führen können.

SWR Verlaufsmessung

tl_files/images/VNA_15m.jpg Bandbreite ca. 710 Hz (6dB)
Marke 1: 21,03 MHZ SWR: 1,25
Marke 2: 21,45 MHZ SWR: 1,7
Spule ca. 9 Wdg. sichtbar
tl_files/images/VNA_20m.jpg Bandbreite ca. 360 Hz (6dB)
Marke 1: 14,09 MHZ SWR: 1,3
Marke 2: 14,34 MHZ SWR: 2
Spule ca. 23 Wdg. sichtbar
tl_files/images/VNA_40m.jpg Bandbreite ca. 44 Hz (6dB)
Marke 1: 7,06 MHZ SWR: 1,5
Marke 2: 7,14 MHZ SWR: 1,5
Spule ca. 85 Wdg. sichtbar
tl_files/images/VNA_80m.jpg Bandbreite ca. 22 Hz (6dB)
Marke 1: 3,675 MHZ SWR: 1,2
Spule ca. 84 Wdg. sichtbar

Obige Messungen zeigen, dass in den kürzeren Bändern durchaus gut gearbeitet werden kann. Bei günstigeren Erdverhältnissen, sind sicher noch ein wenig bessere Werte realisierbar. Hier leistet ein zusätzlicher Tuner
gute DIenste.